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Bilder aus dem Blog von Anja Nolte! Ein wunderbarer Blog!

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(c) Anja Nolte




 

Packende 
Berichte und jede Menge

Hönow (moz) Im Haus der Volkssolidarität fand am Donnerstagabend die 5. Hönower Kriminacht statt.


Diese fünf Autoren lasen bei der 5. Hönower Kriminacht: Claudia Puhlfürst (Zwickau), Steffen Mohr (Leipzig) als Sherlock Holmes, Bernd Udo Schwenzfeier (Berlin), Stephan Hähnel (Berlin) und Wolfgang Schüler (Hönow) als englischer Polizist (v. l.)

© wolfgang schüler

„Lyriklesungen haben es glaube ich schwerer, ein interessiertes Publikum zu finden“, meinte am Donnerstag der bekannte Leipziger Kriminalschriftsteller Steffen Mohr, als er bei der 5. Hönower Kriminacht vergnügt in die Runde schaute. Im kleinen Haus der Volkssolidarität, dem diesjährigen Veranstaltungsort der traditionellen Literaturreihe, war nämlich kein einziger Platz mehr frei.

Das interessierte Publikum honorierte mit starkem Beifall ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Programm.

Den Anfang machte der ehemalige Berliner Kriminalkommissar Bernd Udo Schwenzfeier, der in einem packenden Tatsachenbericht einen feigen Mord schilderte, der sich vor einigen Jahren auf offener Straße ereignet hatte. Der Anlaß für die mit einer Pumpgun verübte Bluttat war nichtig gewesen, und mehrere zufällige Zeugen hatten nur wie durch ein Wunder überlebt.

Danach fand ein krasser Themenwechsel statt, denn der Berliner Autor Stephan Hähnel entpuppte sich als ein Meister des schwarzen Humors. In drei Miniaturen voller Sprachwitz stellte er völlig normale Alltagssituationen vor, in denen sich Menschen absurd verhalten oder einfach nur alles wortwörtlich nehmen und auf diese Weise große Katastrophen heraufbeschwören.

Nach der Pause las die Zwickauer Verfasserin von Psychothrillern Claudia Puhlfürst über die Intentionen eines Mörders, der seinem großen Vorbild, dem amerikanischen Serienkiller Ed Gein nacheifert. Das gebannte Publikum war voll Schauder und voll Grausen, denn es bekam von der früheren Chemielehrerin gleich die passenden praktischen Tips mitgeliefert, wie bestimmte unaussprechliche Präparate als Andenken für immer und ewig haltbar gemacht werden können.

Steffen Mohr brachte den Ausgleich, indem er humorvoll-makabre Lieder zur Gitarre sang, launige Rätselkrimis zum Besten gab und über ungeschrieben Regeln beim Verfassen von Detektivgeschichten plauderte: „Die meisten Krimis werden von weiblichen Lesern verschlungen. Ein Autor kann deshalb nur Erfolg haben, wenn ihnen seine Storys gefallen. Darum sind im Roman die Kriminalkommissare häufig ungebunden. Erfahrungsgemäß interessieren sich Frauen nämlich nur für unverheiratete Männer.“

Die diesjährige Kriminacht wurde wieder vom Hönower Bürger-Verein e.V., und dem Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Kriminalschriftsteller in Deutschland, Österreich und der Schweiz veranstaltet. Das große Publikumsinteresse war ein sichtbarer Beweis dafür, dass der von Bürgermeister Ahrens zur Schlafstadt degradierte Hoppegartener Ortsteil Hönow endlich sein eigenes Kulturhaus braucht, so wie es den Einwohnern schon vor Jahren in einem Gemeindevertreterbeschluß versprochen wurde.


Märkische Allgemeine 20.09.2010

KUNST: Mörder und versteinerte Europäer

Ausstellungseröffnung und Lesung


KAMPEHL – Acht Künstler aus fünf Nationen haben im Mai eine Woche lang an einem idyllischen Ziegeleistich nahe Zehdenick gearbeitet. „Tradition und Moderne im vereinten Europa“ war in diesem Jahr das zum Ort passende Thema der schon zur Tradition gewordenen internationalen Künstler-Symposien, die die Maler Gudrun und Kuno Lomas vom Kunstverein Zehdenick seit Jahren organisieren. Nachdem die Ergebnisse des Symposiums in Berlin und Potsdam einige Aufmerksamkeit auf sich zogen, ist die Ausstellung nun bis Ende Oktober im Schloss Kampehl zu sehen.

Gudrun und Kuno Lomas malen in Öl vom Blick über den Tellerrand und sich weltweit ausbreitenden Ölteppichen. Danuta Dabrowska und Waldemar Wojciechowski aus Polen sind, wie auch der Ukrainer Wassili Heuschober, von den Formen des Betons um sie herum inspiriert worden. Mit zauberhaften Collagen aus der immer weiter wachsenden Flut von mehr oder weniger wichtigen Alltagspapieren mahnt die seit wenigen Jahren in Berlin lebende Mexikanerin Sandra Contreras zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude in ihrer neuen Heimat Europa. Die aus den USA kommende Viadrina-Professorin Wendy Bells variiert die innere Ordnung Europas in grellbunten Acrylbildern, und ganz monochrom lächelt eine aus ganz Europa wild zusammengewürfelte Familie samt deutscher Dogge auf sechs Porträtfotos versteinert aus den Rahmen. Die Bilder des vom Vehlower Fotografen Ingolf Seidel an europäischen Stränden gesammelten Steinen sind eine Hommage an Freunde in verschiedenen Ländern und nach dem „Feuerpferd“-Triptychon von 2008 bereits seine zweite Arbeit, die in einem der Zehdenicker Symposien entstand.

Von gestressten Killern und genervten Opfern las der Berliner Krimiautor Stephan Hähnel nach der Ausstellungseröffnung. In seinen an den Großmeister des perfidesten schwarzen Humors Roald Dahl erinnernden Kurzgeschichten, die voll sind von in spanischen Rotwein aufgelösten ermordeten Ehemännern und augenzwinkernden Geständnissen von perfekten Verbrechen, entblößte Hähnel seine Sicht auf die Europäer. Perfekt auch der Gitarrist Martin Zwingmann, der die Geschichten mit einem sehr persönlichen Abriss internationaler Rockgeschichte von Eric Clapton bis BAP begleitete: Bei dem gedanklichen Ausdünnen der Reihen ungeliebter Nachbarn oder der Reduzierung der Familienmitglieder auf ein gerade noch erträgliches Maß eine willkommene Atempause, bevor der nächste Killer den Tod etwas ratlos, manchmal hilflos, aber immer mit einem Schmunzeln menschlichen Versagens in sein Tageswerk integriert. Getreu dem Motto: Gießt du meine Pflanzen, entsorge ich deine Frau, wird alles getan, das europäische Nachbarschaftsverhältnis mit positiven Energien anzureichern.

Hähnels viertes Buch „Von gestressten Killern und genervten Opfern“ ist gerade im Dosse-Verlag erschienen. (is)


Märkische Allgemeine 21.05.2010

BIBLIOTHEK: Mörderischer Humor bei Kaffee und Kuchen

„Literarisches Café“ wieder einmal ausverkauft


WITTSTOCK – Der Schwager von Stephan Hähnel ist ein Modelleisenbahner der harten Sorte. In seinem Schlafzimmer – direkt überm Bett – hängt eine drei mal vier Meter große Modelleisenbahnplatte. Und eine echte Signalanlage befindet sich ebenfalls im Schlafzimmer. Dieser Spleen regte Stephan Hähnel zu der Kurzgeschichte „Das Schweizer Krokodil“ an, die er gestern Nachmittag als erste vortrug und damit für einen außerordentlich amüsanten Einstieg beim „Literarischen Café“ sorgte.

Als „Schweizer Krokodil“ wird eine sehr wertvolle Rarität des Modelleisenbahnherstellers Märklin bezeichnet, es ist eine Zugmaschine der Gotthard-Linie. Warum diese Lok zu einer Tatwaffe in einem Mordfall wurde, der niemals aufgeklärt werden sollte, und warum der Täter (einer mit einem Modelleisenbahnspleen) jeden Tag pünktlich um 17.32 Uhr an der Signalanlage bei Kilometer 24 der ICE-Linie Berlin-Nürnberg steht, das erfuhren gestern die Besucher der Veranstaltung in der Bibliothek. Gestern wurde wieder einmal deutlich, warum es so wichtig ist, sich rechtzeitig Eintrittskarten fürs „Literarische Café“ zu besorgen. Der Raum war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Als zusätzliche Stühle an den Tischen nicht mehr reichten, ließ Bibliotheksleiterin Georgia Arndt für Besucher, die ohne Anmeldung kamen, extra noch einen kleinen Tisch und noch mehr Stühle in den Veranstaltungssaal schaffen. „Es wird Zeit, dass wir bald in unsere neue Bibliothek kommen“, sagte sie. „Wir brauchen wirklich den Platz.“

Stephan Hähnel sah man indes an, dass er mit dem Interesse der Besucher an seiner nachmittäglichen Lesung sehr zufrieden war. So hatten die Leute wenigstens noch ein paar Stunden Zeit, das Gehörte zu verdauen und doch noch in den Schlaf zu kommen. Der Berliner Krimi- und Drehbuchautor verlegt seine Bücher im Gudrun-Dochow-Verlag in Neustadt und war bereits vor einigen Jahren schon mal in Wittstock zu einer Lesung. (Von Uta Köhn)



Märkische Allgemeine

20.03.2010

LITERATUR: Wenn die Leiche in den Kochtopf kommt
Krimiautor Stephan Hähnel las im Kulturgutshaus Köpernitz aus „Mörderische Kurzgeschichten“
KÖPERNITZ – Von dunklen Augen und dunklen Seiten, aber auch von Modelleisenbahnen, Petersilien-Honigwein und Toilettenwärtern handelten am Sonnabend die Kriminalgeschichten, die der Berliner Autor Stephan Hähnel im Köpernitzer Kulturgutshaus vorlas. Es war der Auftakt zu einer Lesereihe, die der Vorsitzende des Fördervereins Kulturgutshaus Köpernitz Bernd Donner ins Leben gerufen hat. Donner freute sich, dass gleich zur ersten Lesung 50 Zuhörer erschienen waren.

Stephan Hähnel, Jahrgang 1961, gehört zu den rund 600 Autoren, die sich in Deutschland dem Genre der Kriminalliteratur widmen. Der Berliner berichtete, dass er bereits seit seinem 14. Lebensjahr Gedichte und Geschichten schreibt. 2005 veröffentlichte er seinen ersten Krimi „Von perfekten Gastgebern und perfekten Morden“. Inzwischen ist im Wittstocker Dosse-Verlag der dritte Band seiner „Mörderischen Kurzgeschichten“ erschienen.

Die Lesung am Sonnabend begann – wie könnte es anders sein – gleich mit einem Mord. Es ist die Geschichte vom „Schweizer Krokodil“, einer Miniaturzugmaschine der Schweizer Gotthardbahn, die der Eisenbahnfan Henry als Mordwaffe benutzt. Opfer ist dessen Frau Ulrike, die mit der Sammlerleidenschaft ihres Mannes, der sein Leben nach dem Fahrplan der Eisenbahn gestaltet, ihre Probleme hat. Kurz nach dem Mord, der wie ein Unfall aussehen soll, besucht ein alter Freund den passionierten Sammler. Es ist Greif, ein pensionierter Polizist, der dem Freund am Ende aus Mitleid hilft, die Leiche zu beseitigen, und zwar im Betonfundament einer Signalanlage.

Opfer Nummer zwei des vergnüglichen Leseabends ist Edda Plunder, Bäckereiverkäuferin. Sie flieht nach einem Kundenstreit verzweifelt aus dem Laden und wird prompt von einem Auto überfahren wird.

Um eine Bäckerstochter geht es in der folgenden Story. Caroline, eine 39-jährige, wohlgeformte Frau, möchte gern ein Kind haben. Das Problem ist, dass sie keinen Erzeuger findet. In einer Hafenbar findet sie einen Freier, den sie mit nach Hause nimmt. Ans Bett gefesselt muss der alkoholisierte Mann den Liebesdienst verrichten, und als am Morgen darauf Caroline feststellt, dass sie schwanger ist, bringt sie ihn um. Und damit der Liebhaber noch zu etwas nutze ist, kommt er in den Kochtopf und wird im Kreise von Freundinnen verspeist.

Hähnel, der als Produktionsarbeiter, Kneipenbetreuer, Wirtschaftsingenieur, Finanzbuchhalter, Systemadministrator, Projektmanager, Unternehmer und Callcenter-Agent für seine schriftstellerische Arbeit Erfahrungen sammelte, erwies sich als ein unterhaltsamer Erzähler. Das sahen auch die Zuhörer so, von denen einige die Gelegenheit nutzten, Krimibücher zu kaufen und signieren zu lassen. Bernd Donner kündigte an, dass im September ein echter Kriminalkommissar zur zweiten Lesung der Reihe nach Köpernitz kommt. (Von Jürgen Rammelt)


Märkische

23.09.2009
KYRITZ - Ein neues Buch des Kampehler Dosse-Verlages feiert am kommenden Freitag, dem 25. September, im Kyritzer „Landhotel Heine“ (Pritzwalker Straße) seine Premiere: Stephan Hähnel, Krimi- und Drehbuchautor, stellt seine neuesten mörderischen Kurzgeschichten unter dem Titel „Von dunklen Augen und dunklen Seiten“ vor. Wer Hähnel bereits kennt, kann sich darauf verlassen, dass es auch diesmal ungeheuerliche Gegebenheiten und überraschende Wendungen reihenweise gibt. Auch diesmal kommt der Autor ohne ermittelnde Kommissare, Profiler oder Pathologen aus.

Zur Vorstellung des neuen Bandes erklingt Musik von Martin Zwingmann. Dazu werden in der angenehmen Atmosphäre des Restaurants ein „wildes Gericht“ und anregende Getränke serviert.

Aus dem Kladdentext des Buches: „Der Tod gehört zum Leben wie die Trennung zur Liebe. Zuweilen vermischen sich derart banale Wahrheiten zu einer unheiligen Allianz. Plötzlich gehört der Tod zur Liebe und das Leben ist voller Trennungen. Manche Trennung lässt sich gar nur durch den Tod vermeiden, unabhängig davon, ob Liebe im Spiel ist.

So gewöhnlich sich der Alltag auch geben mag, tief in seinem Inneren ist er voller Tücke und Gemeinheit. Wie sonst ließe sich erklären, dass Modelleisenbahn bauende Männer sich plötzlich einer besseren Hälfte entledigen, ignorierte Gattinnen ihr trostloses Leben in den Vorehezustand zurücksetzen und der letzte Wunsch sich als kulinarisches Vergehen offenbart.

Wieder werden Geschichten erzählt, die mit einem Augenzwinkern Wege aufzeigen, wie man das Familienmanagement vorteilhaft gestaltet und die Nachbarschaft effektiv und unauffällig auf ein erträgliches Maß reduziert.“


Neues Deutschland 03.08.06, Rezension

Schwarze Gelüste

Stephan Hähnel: Texte von List und Tücke
Von Irmtraud Gutschke

“Es ist der Teufel, hätten sie früher gesagt – der Teufel, der in jedem steckt oder doch nicht in jedem. Und mit dem man kämpfen muss. Es ist das, was auch der berühmte Stephen King beschreibt: die Entfesselung des Bösen, die Verwandlung des banal Alltäglichen in einen dämonischen Albtraum. Aber wir wollen Stephan Hähnel nicht gleich mit Stephen King vergleichen, zumal es der Berliner Schriftsteller auf dicke Horrortriller gar nicht abgesehen hat. Sein Metier ist die geschliffene Kurzgeschichte, in der es am Schluss immer noch eine überraschende Wendung gibt. Um die Ecke gedacht – um die Ecke gebracht. Das hängt hier zusammen. Jemand will nicht mehr der Dumme sein und lässt sich etwas Schlaues einfallen. Dreht den Spieß um. So wie der dicke Dieter, den seine Kommilitonen immer ärgerten, sich nun endlich mal auf ihre Kosten amüsiert. »Rache ist wie Weihnachten«, heißt es hier. Das dachten wohl auch die Nachbarn eines Polizisten im Ruhestand, der es sich zum Sport gemacht hat, wegen aller möglichen Kleinigkeiten Anzeige zu erstatten. Wie wäre es, wenn man ihm mal selber die Polizei auf den Hals hetzen würde? Sich ins Fäustchen lachen – das ist die Stimmung dieser Texte. List und Tücke. »Hast auch du zuweilen den Wunsch, einen Menschen, der dir zutiefst verhasst ist, einfach aus deinem Leben zu streichen«, fragt Artur Lopez, der erfolgreiche Geschäftsmann, einen bislang erfolglosen Schriftsteller. Das hätte er nicht tun sollen: ihm von oben herab erklären, dass die Leute lediglich aus Angst vor Strafe nicht morden würden. Wenn sich aber jemand das perfekte Verbrechen einfallen ließe … Daran wird hier gebastelt. – Aber es ist natürlich alles nur Spaß. Fantasien, die uns unterhalten sollen. Und dennoch scheint da in der Tiefe etwas Schwarzes hochzukochen. Ein kleines Ventil wird geöffnet und etwas pfeift nach draußen. Der Teufel? Ist er jetzt weg?

Stephan Hähnel: Von perfekten Gastgebern und perfekten Morden. Dosse Verlag. 86 S., brosch., 8,90 EUR.”


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Newsletter “Dichterlandschaft” 03/06

Kurze und kürzeste Kriminalgeschichten von Stephan Hähnel hat der Dosse-Verlag herausgebracht. Das schmale Bändchen paßt in jede Tasche und einige Texte kann man zwischen zwei S-Bahn Stationen lesen. Aber das ist kein Qualitätsurteil. Hähnels Texte sind immer da gut, wo er das übliche und allzu abgenutzte Arsenal des Krimis verläßt. Kreuzworträtselnde Nachbarinnen können einfach nicht mit dem Familienvater mithalten, der zufällig erfährt, daß seine Kinder nicht von ihm sind. Was er daraufhin tut, wird dem Leser zwar vom Anfang der Geschichte an erzählt, aber Klarheit erlangt man erst gegen Ende. Bei diesem Text könnte es leicht passieren, daß man die richtige S-Bahn Station verpaßt.

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Märkische Allgemeine/ 03.12.2006

Autor Stephan Hähnel lud am Sonnabend zum Literarischen Brunch

Madlen Wirtz

Mit dem “Literarischen Brunch” in der Wittstocker Stadtbibliothek ging am Sonnabend der diesjährige Literarische Bilderbogen zu Ende. Zu Gast war der Berliner Autor Stephan Hähnel. Er las aus seinem Buch “Von perfekten Gastgebern und perfekten Morden”.

Das Wittstocker Publikum bekam schnell zu spüren, dass Hähnels mörderische Kurzgeschichten alles andere als gewöhnlich sind. Wer glaubt, dass der Buchinhalt von schon einmal Dagewesenem handele, in dem so genannte Profiler in einer Mordaufklärung ermitteln oder Gerichtsmediziner mit unfassbaren forensischen Kenntnissen bis ins kleinste Detail vordringen, der irrt. Stephan Hähnel verblüfft vielmehr, indem er ganz normale Geschichten von ganz normalen Menschen erzählt. Dabei führt er seine Leser zunächst auf eine falsche Fährte. Mit seinem knackigen und recht witzigen Schreibstil versteht der Autor es, sein Publikum zu fesseln, ohne bereits einen Gedanken an die Auflösung zu verschwenden. Denn die kommt ganz gekonnt erst zum Schluss.

So zum Beispiel in “Wer einmal lügt”. In dieser Geschichte behauptet Frank Buchmann, Herr Opitz habe seine Ehefrau umgebracht. Denn seit drei Tagen sei sie verschwunden. Die Kripo konnte sich aber von der Lebendigkeit dieser Frau überzeugen. Buchmann hatte also gelogen. Auch wegen ganz anderer Dinge, die er festgestellt haben will, hat der die Kripobeamten nur in die Irre geführt. Offenbar ein gelungenes Ablenkungsmanöver. Am Ende aber stellt sich heraus, dass Herr Opitz tot ist und Buchmann mit seiner Geliebten Maria Opitz durchbrennen will. Mit den Flugtickets in der Hand, ruft Buchmann noch schnell die Polizei an und gesteht den Mord an Herrn Opitz. Doch die Polizei glaubt ihm nicht.

Diese und weitere neun prickelnde Kriminalgeschichten sind in dem Taschenbuch zu lesen. Das Buch ist im Dosse-Verlag erschienen.

Der Buchautor, das Mitarbeiterteam aus der Bibliothek und ehrenamtliche Helfer machten es für das Publikum spannend. Zwischendurch sorgten Salate, verschiedene Suppen, Kuchen, Kaffee und andere Köstlichkeiten für höchste Genüsse. Für eine perfekte musikalische Umrahmung brachte Stephan Hähnel seinen Musikerfreund, den argentinischen Gitarristen Diego Rial, mit.


Bucher Bote, Januar 2007

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